ZEITTAFEL (Ergänzungen) zu "Das DRAMA..."*

40.000 Jahre Geschichte eines Phänomens



Eine Zeittafel macht die historische Entwicklung eines Forschungsgegenstands sichtbar. Die hier vorgestellte ZT des Sachbuchs "DAS DRAMA DER HOCHBEGABTEN" besteht aus

° Aktualisierungen nach Abschluß des Manuskripts Anfang Dezember 2003;

° Ergänzungen der im Buch als Platzgründen entfallenen Einträge, soweit sie nach Redaktionsschluß (April 2004) des separaten Buches "ZEITTAFEL ZUR PSYCHOLOGIE VON ... HOCHBEGABUNG..." angefallen sind.



Letzte Aktualisierung dieser Verzweigung: 19. Okt 2007

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*in Bearbeitung

[2007-10-19 wip / ur 2003-12-23]


(Autor: Jürgen vom Scheidt)


2007-10-19

Neueste Ergänzungen


622 n.d.ZW:
Vielleicht fang ich mir jetzt ja Ärger mit fundamentalistischen Moslems ein: Aber ihr Prophet Mohammed war zwar ein sehr gebildeter und weit gereister Mann, doch er war - soviel die Historiker wissen - Analphabet und konnte deshalb den Koran nicht selbst aufschreiben, war nicht "des Lebens und Schreibens kundig", wie ich im Buch behauptet habe.



2007-07-23

Ergänzungen


2007: 23. Juli
In Südfrankreich lebt ein 44-jähriger Mann, der mit nur etwa zehn Prozent der üblichen Hirnmasse ein relativ normales Leben führt. Um einen drohenden Wasserkopf zu behandeln, legte man in seiner Kindheit eine Drainage zum Absaugen von Gehirnwasser, was offenbar zu dieser massiven Schrumpfung des Gehirns führte.
"Es ist das erste Mal, dass wir so stark erweiterte Hirnkammern und so wenig Hirnmasse sehen", sagt der behandelnde Neurologe. Erstaunlicherweise führt der Patient ein unauffälliges Leben, ist verheiratet, hat zwei Kinder und arbeitet als Beamter in der Steuerbehörde.
Sein IQ liegt bei 75, der verbale IQ sogar bei 84. Es handelt sich also um einen vergleichsweise niedrigen Wert - der jedoch eine enorme Leistung darstellt bei der so drastisch reduzierten Zahl an Nervenzellen. Florian Heinen, Experte für Gehirnentwicklung am Haunerschen Kinderspital der Universität München, meint dazu: "Das ist extrem, aber es gibt immer wieder Patienten mit erstaunlich wenig Gehirn. Die wenigen Nervenzellen leisten dann offenbar genauso viel, wie es Millionen mehr Zellen bei anderen Menschen tun." (zit. N. Südd. Zeitung vom 20. Juli 2007, S. 1)



Inhalt dieses Kapitels
0. Vorbemerkung
1. Korrekturen (zur "Zeittafel...")
2. Ergänzungen zur Zeittafel im Buch "HOCHBEGABUNG": Ergänzungen (chronologisch)
3. Anmerkung zum Separatum "Zeittafel..."
_ Bibliographie



2005-11-28

0. Vorbemerkung


Wichtige Ergänzungen seit Redaktionsschluß Anfang Dezember 2003 der Buchausgabe von Das Drama der Hochbegabten werden zunächst hier am Anfang dieser Verzweigung dokumentiert. Später werden sie, chronologisch eingeordnet, unten angehängt.


(Im Buch mußte ich die Zeittafel sehr komprimieren. Hier fand sich eine andere Lösung, als sie nur hierher auf die Website zu verlagern: Dr. Wolfram Göbel von Buch&medi@ erklärte sich bereit, die ZT in nochmals erweiterter Form (rund 60 Druckseiten) als eigenständiges Separatum in seiner Book on Demand-Edition Allitera herauszubringen: "ZEITTAFEL ZUR PSYCHOLOGIE VON INTELLIGENZ, HOCHBEGABUNG UND KREATIVITÄT")

Sie finden auch dazu Ergänzungen / Aktualisierungen, die nach Redaktionsschluß (April 2004) angefallen sind.


Weitere Aktualisierungen zum Buch "DAS DRAMA DER HOCHBEGABTEN" resp. zur Taschenbuchausgabe vom Oktober 2005 (Piper-Verlag) finden Sie auf den Verzweigungen hier auf der Website, zu denen Sie die HyLinks in der
← linken Spalte führen. Dazu gehören vor allem

BRAIN SPOTS
GLOSSAR (Ergänzungen) zu "Das DRAMA DER HOCHBEGABTEN"
MAKING OF "Das DRAMA..."
REGISTER (komplett) zu "DRAMA..."



1. Korrekturen


Folgende Daten der Zeittafel im Buch bedürfen einer Korrektur (hierauf hat mich dankenswerterweise Helmut Frede aus Ratingen aufmerksam gemacht):

S. 65 : Adolf Hitler wurde 1889 geboren (nicht: 1880)

S. 122: Friedrich List wurde 1789 geboren (nicht: 1989)


(Das sind typische Fehler, die man selbst beim zehnten Mal Korrekturlesen leicht übersieht.)




2. Ergänzungen zur Zeittafel im Buch "HOCHBEGABUNG": Ergänzungen (chronologisch)


622 n.d.ZW:
Prophet Mohammed war zwar ein sehr gebildeter und weit gereister Mann, doch er war - soviel die Historiker wissen - Analphabet und konnte deshalb den Koran nicht selbst aufschreiben, war nicht "des Lebens und Schreibens kundig", wie ich im Buch behauptet habe.

1962
Thomas S. Kuhn (1922-1996) führt in seinem Buch The Structure of Scientific Revolutions den Begriff Paradigmen-Wechsel ein.
Eindrucksvolles Beispiel eines Paradigmenwechsels mit gewaltigen Folgen bis heute ist die Umstellung in den 60-er Jahren von analoger auf digitale Kommunikation und die Schaffung des Arpanet 1969 (aus dem bald darauf das Internet entsteht).



1965
Auch das Fehlen von Informationen kann eine gewichtige Aussage sein. In Wilhelm Hehlmanns Wörterbuch der Psychologie von 1965 und in seiner Geschichte der Psychologie (1963) wird man vergeblich das Stichwort Hochbegabung suchen; nicht einmal in den - vorhandenen - Einträgen Begabung und Intelligenz ist die HB vermerkt; Kreativität fehlt ebenso wie Genie und die - heutzutage so gefragte - Innovation.
Wichtige Forschungen wie die Langzeitstudie von Louis Terman sind nicht vermerkt. Ein Zeichen dafür, daß die genannten Themen in den 60-er Jahre in Deutschland noch kaum im Bewußtsein waren - nicht einmal in der Fachwelt, also bei den Psychologen.



2004
Der dickleibige Roman Der Schwarm von Frank Schätzing erscheint und wird zu einem erstaunlichen Bestseller mit (bis Feb 2005) über 200.000 verkauften Exemplaren. Dies ist umso überraschender, als es sich um ein ausgesprochen "verrücktes" Szenario nach Art der Science Fiction handelt (was allerdings erst in den Schlußkapiteln dieser 996 Seiten sichtbar wird):
Es zeigt sich, daß auf dem Grund der Weltmeere eine (in den Augen von uns menschlichen Individuen) seltsame, äußerst fremdartige Wesenheit lebt (eben der "Schwarm" des Titels). Schätzing nennt sie Yrr. Sie besteht aus Trillionen von Einzellern, die sich schon Millionen von Jahren vor der Entstehung des Homo sapiens zu einer komplexen Super-Intelligenz vernetzt haben. Und dieses Wesen beginnt sich nun immer brutaler zu wehren gegen das, was die Menschen in ihrer Sorglosigkeit und Gier der Biosphäre der Erde und speziell den Meeren angetan haben.
Nicht nur die Meeresbiologen unter den Lesern sind begeistert von dem sehr genau recherchierten Werk, sondern offenkundig auch sehr viele normale Leser. Diese schätzen diesen Roman nicht nur wegen der Fülle seiner Informationen über Meeresbiologie und das Geschehen in den Ozeanen überhaupt, sondern nicht zuletzt auch deshalb, weil er unglaublich spannend und lebendig erzählte ist.
Die Lektüre hat inzwischen nach Angaben des Verlags sogar 20 Menschen das Leben gerettet: Einer von ihnen hatte des Kapitel Tsunami gelesen und wußte deshalb Bescheid über dieses gefährliche Phänomen, das nach Seebeben auftritt. Er konnte seine Nachbarn am Strand im Süden von Sri Lanka rechtzeitig warnen, als dort am 26. Dezember 2004 die gigantischen Monsterwellen anrollten und rund um den Indischen Ozean etwa 250.000 Menschen töteten. (in einem Fernseh-Interview anläßlich des Thrillers Tsunami wurden Schätzing und die betreffenden Zeugen der Katastrophe am 29. September 2005 auf Pro Sieben vorgestellt.)
(Schätzings Roman wird hier aus mehreren Gründen als sehr relevant für das Thema "Hochbegabung" angeführt: Es geht auf vielfältige Weise um überlegene Intelligenz und Kreativität, um Vernetzung - und der Autor selbst ist für mich nicht zuletzt ein sehr eindrucksvolles Beispiel eines hochbegabten Autors - dieser BrainSpot aus der Ferne sei mir gestattet.
Was mir noch sehr gefallen hat ist die vom Autor verschiedentlich hervorgehobene Tatsache, daß es ein lebhafter Traum war, der ihn veranlaßte, das Buch zu schreiben - s. zu dieser Thematik auch hier auf der Website meinen Beitrag VOM TRAUM ZUM TEXT.
Sehr eindrucksvoll ist auch Schätzings eigene Website, deren Startseite zunächst wie die bodenlose Schwärze der ozeanischen Tiefen wirkt: Der Schwarm)

Das Konzept der Schwarm-Intelligenz ist hochspekulativ. Einige Anmerkungen dazu habe ich hier gemacht: SCHWARM-INTELLIGENZ


Januar
"Die Intelligenz flieht aus Ostdeutschland" kommentiert das Magazin Focus am 4. Jan 2004 die Ergebnisse einer Bundeswehrstudie. Diese führt regelmäßig Intelligenz-Tests durch, bei denen sich herausstellte, daß das durchschnittliche Intelligenzniveau in den neuen Bundesländern ständig sinkt - weil offenbar die überdurchschnittlich Begabten in den Westen umziehen. (Zwischen 1991 und2002 haben mehr als zwei Millionen Menschen den Osten verlassen.)



2005
ca. April
Das erste private Hochbegabten-Internat im Rheinland mußte schon bald wieder schließen. Das war bitter für Eltern und Schüler, weil einige Familien extra in diesen Ort umgezogen sind, damit die Kinder in dieses Internat gehen können, mit dem viele Hoffnungen verbunden wurden - die nun mächtig enttäuscht sind.
(Details hierzu, sobald ich mehr weiß.)


6. bis 10. August
in New Orleans. Es nahmen rund 650 Pädagogen und Psychologen aus der ganzen Welt daran teil. Was in dem Bericht von Elfriede Mittag und Annemarie Heinbokel heraussticht (er erschien in der Verbandszeitschrift Report Psychologie des Berufsverbands Deutscher Psychologen (BDP), Heft 11/12 2005):
° Vor- und Nachteile der neuesten Version der Stanford-Binet Intelligence Scales wurden diskutiert; dieser Test soll besonders gut geeignet sein zur Identifizierung höchstbegabter Kinder.
° In den USA (wie andernorts) bestehen immer noch große Vorbehalte gegen Akzelerationsmaßnamen bei hochbegabten Schülern (zB frühe Einschulung, Überspringen einer Klasse) - obwohl diese nach einhelligem Urteil der Experten in der Regel positive Wirkungen haben.
° Keine Probleme gibt es offenbar mit dem, was man Enrichement nennt: spezielle Fördermaßnahmen für hochbegabte Schüler wie zusätzlicher Projektunterricht am Nachmittag.


2006
Oktober
Der Schweizer Medienpädagoge Matthias Giger hat meine Gedanken über die Rolle des Themas "Hochbegabung / Hochbegabte" in der SF-Literatur aufgegriffen und daraus eine sehr informative und lesenswerte Magisterarbeit entwickelt: Hochbegabung und Science-Fiction


2007
Juli
In Südfrankreich lebt ein 44-jähriger Mann, der mit nur etwa zehn Prozent der üblichen Hirnmasse ein relativ normales Leben führt. Um einen drohenden Wasserkopf zu behandeln, legte man in seiner Kindheit eine Drainage zum Absaugen von Gehirnwasser, was offenbar zu dieser massiven Schrumpfung des Gehirns führte.
"Es ist das erste Mal, dass wir so stark erweiterte Hirnkammern und so wenig Hirnmasse sehen", sagt der behandelnde Neurologe. Erstaunlicherweise führt der Patient ein unauffälliges Leben, ist verheiratet, hat zwei Kinder und arbeitet als Beamter in der Steuerbehörde.
Sein IQ liegt bei 75, der verbale IQ sogar bei 84. Es handelt sich also um einen vergleichsweise niedrigen Wert - der jedoch eine enorme Leistung darstellt bei der so drastisch reduzierten Zahl an Nervenzellen. Florian Heinen, Experte für Gehirnentwicklung am Haunerschen Kinderspital der Universität München, meint dazu: "Das ist extrem, aber es gibt immer wieder Patienten mit erstaunlich wenig Gehirn. Die wenigen Nervenzellen leisten dann offenbar genauso viel, wie es Millionen mehr Zellen bei anderen Menschen tun." (zit. N. Südd. Zeitung vom 20. Juli 2007, S. 1)



3. Anmerkung zum Separatum "Zeittafel..."


Im Buch Das Drama der Hochbegabten mußte ich die Zeittafel sehr komprimieren. Hierfür fand sich eine andere Lösung, als sie nur hierher auf die Website zu verlagern (weshalb sie hier nur die Aktualisierung zu beiden Büchern finden):

Dr. Wolfram Göbel von Buch&media erklärte sich bereit, die ZT in nochmals erweiterter Form (rund 60 Druckseiten) als eigenständiges Separatum in seiner Book on Demand-Edition Allitera herauszubringen:

"ZEITTAFEL ZUR PSYCHOLOGIE VON INTELLIGENZ, HOCHBEGABUNG UND KREATIVITÄT"

Zusätzlich enthält diese Zeittafel... noch wichtige Ereignisse zu den verwandten Themen Traumforschung, Creative Writing und Labyrinth.


Ich habe diese ausführliche ZT ergänzt durch einen Zweiten Teil, der zeigt, wie man diese Methode auf vielseitige Weise einsetzen kann als

° Persönliche Zeittafel
(Bei diesem "Lebenslauf mit Tiefgang" werden die zentralen Ereignisse im eigenen Leben nicht nur mit den dürren Daten notiert, sondern angereichert durch wesentliche Aussagen zur Entwicklung der Persönlichkeit - zum Beispiel wie sich die Abwesenheit des Vaters durch berufliche Reisen oder Kriegsdienst auswirkte)

° Erzählende Familienchronik
(Hierbei werden Anekdoten zu den Personen in Parallele gesetzt zu großen zeitgeschichtlichen Ereignissen wie einem Krieg)

° Entwurf der Struktur für einen Roman
(Dabei werden die Entwicklung der Figuren der Geschichte parallel gesetzt zu realen oder - zum Beispiel bei Science Fiction - fiktiven weltgeschichtlichen Ereignissen)

° Lernen und Prüfungsvorbereitung
(Für Studenten und sogar schon für Schüler höherer Gymnasiumsklassen ist das Anlegen einer Zeittafel für das Hauptfach eine wunderbare Möglichkeit, nicht nur leichter auf Prüfungen zu lernen, sondern sich zusätzlich sehr früh schon ein Archiv anzulegen und zu organisieren, mit dessen Hilfe sich auch der Hochschule auch Seminararbeiten, Diplomarbeiten und Dissertationen verfertigen lassen.)

° Zentrales geistiges Werkzeug für Kopfarbeiter
(Journalisten und Schriftsteller können von der Zeittafel-Methode bei Recherchen und beim Anlegen einer Archiv-Datenbank profitieren, Wissenschaftler und andere Kopfarbeiter desgleichen.)

(Das Buch ist erschienen am 24. März 2004 - rechtzeitig zur Leipziger Buchmesse.)



Bibliographie

Giger, Matthias Hochbegabung und Science-Fiction - Phantastische Zusammenhänge? Masterarbeit der Fachhochschule Nordwestschweiz. CH-8580 Amriswil 2006
Hehlmann, Wilhelm: Geschichte der Psychologie. Stuttgart 1963 (Kröner)
Ders.: Wörterbuch der Psychologie. Stuttgart 1965 (Kröner)
Kuhn, Thomas S.: The Structure of Scientific Revolutions. (1962) Dt. Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen. Frankfurt a.M. 1973 (Suhrkamp)
Schätzing, Frank: Der Schwarm. Köln 2004 (Kiepenheuer & Witsch)
Scheidt, Jürgen vom: Das Drama der Hochbegabten München Feb 2004 (Kösel Verlag).
Ders.: Zeittafel zur Psychologie der Intelligenz, Hochbegabung und Kreativität. München März 2004 (Allitera)


© 2005 für diesen Text: IAK München : www.iak-talente.de