WIE SCHREIBE ICH EINEN BESTSELLER?

Vergnügliches anläßlich der Buchmesse



Welcher Autor möchte nicht - mindestens - einmal einen riesigen Erfolg landen? Dann wäre die Rente gesichert und man könnte endlich die Villa mit Swimming Pool hoch oben in den Schweizer Bergen mit direktem Zugang zum eigenen Strand in der Karibik erwerben.

Man muß nur die zündende Idee haben, die richtigen Leute kennen - und die hier vorgestellten Vorschläge beherzigen.

Alles andere besorgt der Markt, der ja nur auf das neue Werk wartet.

(Ganeesha, der elefantenköpfige indische Gott für Glück und Geld, möge Ihnen gewogen sein.)

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[2007-08-18 ok / ur 2001-08-20]


(Autor: Jürgen vom Scheidt)


Diesmal wollte er systematisch vorgehen. Mehr als dreißig Bücher hatte Konstantin Wurmser ja schon geschrieben, es waren allesamt Achtungserfolge gewesen, gängige Ware. Unterhaltungsromane, wie er sie selbst gerne las, Krimis, Science fiction. Aber dies sehr gegenwartsnah, sodaß man als Autor wie als Leser nicht zu viel Phantasie aufbringen mußte. Thriller, die sich speziell an ein Männerpublikum wandten. Biografien von bekannten Spitzensportlern.

Aber außer seiner "pseudo-psychologischen Trivialitätensammlung, kurz ppT" (wie er sie selbstkritisch nannte) mit dem Titel Wie verführe ich eine Frau? war ihm noch nie ein richtiger Bestseller gelungen. Immerhin hatte sich Wie verführe ich... drei Monate auf der Bestsellerliste des "Spiegel" gehalten. Die Fortsetzung Wie verführe ich einen Mann? war hingegen ein totaler Flop gewesen.



Nun war er fünfzig geworden...


... und wollte es sich selbst und der Welt noch einmal beweisen. Mit seinem vierunddreißigsten Buch. "Es muß ein Bestseller werden", murmelte er eines Morgens. Seine neue Freundin schaute ihn verständnislos an. Sie hatten sich eine ganze Nacht lang geliebt, lagen nun erschöpft im Bett, ließen die Morgensonne, die gerade zum Südfenster seines Schreibstudios hereingekrochen kam, auf die nackten Bäuche scheinen. Sie schlürften den Tee, den er frisch gebraut hatte, aßen die köstlichen Nußkekse, die er von einem Besuch in den Schweizer Bergen mitgebracht hatte, als es aus ihm herausbrach:

"Ja, ich werde einen Bestseller schreiben."

Etwas verwirrt schaute Gunda ihn von der Seite an. "Wie kommst du denn da drauf?"
"Ich fühle mich so supergut, bin auf dem Höhepunkt meiner Schaffenskraft. Schau, dort im Regal, dreiunddreißig Bücher aber kein wirklich großer Erfolg darunter. Das muß ich ändern."



50.000 €uro


"Aber das Verführungsbuch lief doch ganz gut. Bei mir hat es bestens funktioniert", lachte sie. "Wie du mich neulich in der Bar abgeschleppt hast -"

"Schon, schon, aber das Buch hat mir gerade mal 50 000 €uro eingebracht. Und dich natürlich."

"50 000 ist doch toll -"
"Nicht, wenn wir beide uns diese Weltreise gönnen wollen, von der wir die halbe Nacht geschwärmt haben. Nein, ein richtiger Bestseller muß es werden. So einer, wie Stephen King sie schreibt. Und ich will dafür eine Million Vorschußkassieren. Eine Million Dollar, genau gesagt, und zwar als Garantiehonorar."

"Was heißt das: Garantiehonorar?"

"Das heißt, daß ich diesen Vorschuß nicht zurückzahlen muß, selbst wenn der Verlag kein einziges Exemplar verkaufen kann."

"Na toll! Und wie willst du das anstellen: einen Bestseller schreiben?"

"In jungen Jahren, gleich nach dem Studium der Psychologie, habe ich im Lektorat eines Verlags mein erstes eigenes Geld verdient. Der Verleger offenbarte mir schon sehr bald das Ur-Rezept der erfolgreichen Verlegerei, und dies ist nun O-Ton Sangenberg: Bücher sind durch Druck entwertetes Papier."

"Wie meinte er das?"

"Nun, unbedrucktes Papier kann man jederzeit als Rohbogen anderweitig verwenden, für irgendein Buch. Aber sobald das Papier bedruckt ist -"

"Ich verstehe."



Drei Geheimnisse


"Der gute Sangenberg hatte auch noch andere Weisheiten auf Lager, welche mir die Autorenwirklichkeit später leider als nur zu wahr bestätigt hat. Wie macht man denn einen Bestseller, habe ich ihn kurz vor der Buchmesse gefragt. Oh, das ist ganz einfach, antwortete er - und dabei zog für Augenblicke ein versonnenes Lächeln über sein sonst sehr ernstes Gesicht - du mußt wissen, daß Verleger nicht viel zu lachen haben - : Also, da gibt es, tat er mir kund, drei Geheimnisse, die man beachten muß, und zwar in genau dieser Reihenfolge."


(Retardierendes Moment Nr. 1


Wie jeder Autor wußte Wurmser, daß man die Spannung erheblich steigert, indem man ein retardierendes Moment einführt, eine kleine Pause. Nach einer Minute wurde Gunda in der Tat unruhig, stupste ihn an und sagte: "Na und, welche drei Geheimnisse?"

"Oh, die wichtigste Zutat in diesem Erfolgsrezept ist der Name des Autors - je prominenter, desto besser, am allerbesten jemand, der im Fernsehen sehr präsent ist."


(Retardierendes Moment Nr. 2)

"Und das zweite Geheimnis? Laß dir doch nicht alles wie Würmer aus der Nase -"

"Das zweite Geheimnis ist der Titel des Buches. Ein Supertitel war mal : Der Babyfi -"
"Versteh schon, mußt du nicht zuende führen."

(Retardierendes Moment Nr. 3)


"Nun mach schon, was ist das dritte Geheimnis?"



Eine nackte Frau


"Das Titelbild. Eine nackte Frau, die dich verführerisch durch das Fenster der Buchhandlung anlächelt, am besten auf einem ganzen Stapel dieses Buches, wobei der Rücken, der Buchrücken, meine ich, eine verkleinerte Version der Nackten zeigen sollte und zusätzlich ein riesiges Poster im Hintergrund das Ganze abrundet - ebenfalls mit dieser Nackten."

"So so, abrunden - Aber das macht doch allenfalls Männer an."

"Naja, auf Frauen wirkt vielleicht was anderes. Vielleicht ein nackter Mann. Aber da ist noch was viertes, das hätte ich jetzt beinahe vergessen."

"Und was ist das?"

"Das Thema. Ein Bestseller sollte auch ein interessantes Thema haben. Beim Roman nennt man das Plot, beim Sachbuch MindCatcher, oder ähnlich. Alos, was sich in den letzten Jahren saugut verkauft hat, war die Story von dem Mann, der seine Mutter vergewaltigt hat und dann im Gefängnis seine Memoiren schrieb mit dem Titel: "Ich habe mich selbst gezeugt!" Und dieser liechtensteinische Hotelier, der akribisch nachgewiesen hat, daß die ägyptischen Pyramiden vor einer Million Jahren von marsianischen Zwergen gebaut wurden, die überhaupt für die Entstehung unserer ganzen Zivilisation verantwortlich sind - blauhäutige, rotäugige Zwerge, die damals in viereckigen Suppentellern bei uns landen -"

"So sieht da Welt inzwischen auch aus - Aber Spaß beiseite: Was ist denn mit dem Inhalt? Ich meine, ein Buch muß doch den Leser auch irgendwie unterhalten, bilden, in seiner Entwicklung weiterbringen -"

"Ach so, der Inhalt. Stimmt, darüber hat Sangenberg damals auch mit mir gesprochen. Wissen Sie, sagte er: Die ersten dreißig Seiten müssen stimmen. Damit müssen Sie den Leser einfangen. Mehr ist nicht nötig."

"Ein Zyniker! Und wieviele Bücher hat er mit diesem Rezept zu Bestsellern hochgehievt?"

"Weiß ich nicht mehr, Gunda, weiß ich wirklich nicht mehr. Ist alles schon so lange her. "



Vorbereitung auf den großen Schlag


"Und jetzt möchtest Du dieses Rezept für dich selbst anwenden?"
„Genau. All die Jahre habe ich eigentlich nur geübt wie ein Pianist, der sich auf sein Großes Konzert vorbereitet. Ich habe Themen gesucht und gefunden, habe Seminare für Creative Writing besucht und die verschiedensten Schreibtechniken ausprobiert, habe die wichtigsten Verlage kennengelernt und deren Marketingstrategien studiert.

Ich habe aufmerksam die Bestsellerlisten beobachtet und natürlich auch das Publikum, das bei meinen Lesungen anwesend war. Vor allem aber - und das ist das Wichtigste - habe ich die vielen Briefe studiert, die meine Fans mir schickten. Doch die größte Aufmerksamkeit habe ich den Kritiken gewidmet, besonders den negativen - von denen habe ich am meisten gelernt.“

"Bist du Masochist?"

"Nein, aber jedes Mal, wenn sich mir die Nackenhaare aufstellten" (er zögerte, sprach dann aber rasch weiter) "wie in deiner Gegenwart - nur hat das bei dir einen anderen Grund als bei den Kritikern - Bei denen sagten mir die Reaktionen meines Körpers, daß eine Bemerkung ins Schwarze getroffen hat, auch wenn es mir nicht paßte. Ich bin zwar leicht beleidigt - aber ich bin Profi genug, um zu merken, wenn einer Recht hat mit dem, was er sagt. Oder schreibt. Hauptsache ist doch, daß er meine Existenz als Autor überhaupt wahrnimmt!"

„Fein, und was willst du nun anders machen?“

Er schaute sie lange sinnend an. Sie räkelte sich sinnlich genießerisch unter seinen wissenden begehrenden Blicken, bis sie sich plötzlich vorbeugte, ihn in den Bauch biß und rief: „Nicht schon wieder, du Lustmolch! Deine Strategie will ich kennenlernen, wie du einen Bestseller zu schreiben gedenkst.“



Traum-Erscheinung


„Du bist wohl eine Spionin, die meine Geschäftsgeheimnisse ausforscht“, lachte er. Dann wurde er sehr ernst: „Ich weiß jetzt, wie’s geht! Heute Nacht, nachdem wir beide ... Nachdem wir eingeschlafen waren, wachte ich mitten in der Nacht auf, und konnte mich deutlich an einen Traum erinnern. Der Teufel ist mir erschienen und hat mir angeboten, mir einen Welterfolg als Schriftsteller zu verschaffen.“
„Uih! einen Welterfolg -“

„Ja, da staunst du, was? Ich müßte ihm nur meine Seele verkaufen, sagte er, das wäre alles.“

„Und - hast du’s gemacht?“

„Ich weiß nicht mehr so genau. Da ist meine Erinnerung irgendwie blaß – oder besser: ziemlich dunkel.“ Er lachte laut auf, ein wenig zu laut, wie Gunda vorkam. „Ich glaube ja nicht an den Teufel, und an sowas wie eine Seele glaube ich ohnehin nicht. Den größten Teil des Traums habe ich vergessen, aber ich muß dem teuflischen Vorschlag wohl zugestimmt haben. Ich habe sogar, glaube ich, einen Vertrag unterschrieben -"

"Mit Blut?"

"Haha, sehr witzig. Das soll ja so üblich sein. Aber wenn schon, dann allenfalls mit Traumblut."

"Naja, Blut ist Blut, meine ich."

"Ist doch egal, Gunda. Auf jeden Fall hat der Teufel mir anschließend an einer Tafel genau erläutert, wie ich es anstellen müßte - und das habe ich mir sehr gut gemerkt.“
„Und,“ drängte sie „was hat er dir empfohlen?“



Jetzt wird´s heiß


„Als erstes sollte ich mir ein Pseudonym suchen, denn an meinen bisherigen Büchern klebe der Mißerfolg, und das hinge mit meinem Namen zusammen. Na ja, stimmt schon, Wurmser ist ja nicht gerade ein Name, der einen vom Hocker reißt. Aber den Konstantin, den mag ich, sehr sogar. Genau, Gunda, genau das hat der Kerl im Traum mir auch gesagt.“

„Der Teufel?“

„Ja Gunda, der Teufel.“

„Wie sah der eigentlich aus - im Traum, meine ich?“

„Ziemlich genau wie der Mephisto in dem Faust-Film, den wir neulich im Theatiner-Kino in der Matinée angeschaut haben. Er hatte ein bißchen was Weibisch-Laszives an sich, genau wie der Gustav Gründgens, der die Rolle so unübertrefflich gespielt hat, daß man sie noch immer mit Genuß erlebt, selbst im Jahr 2001 nach Christi Geburt.“

"Gunda, ist dir nicht gut? Warum zuckst plötzlich so zusammen?"

"Null problemo, amigo, ich bin nur ein wenig verkatert - von dem Wein und dem Bier und dem Pro secco und deinem Traum und überhaupt von der ganzen Nacht. Also: an welches Pseudonym denkst du, Conny? Hast du schon eins?“

„Der Vorname soll tatsächlich Conny sein, also nicht so weit weg von meinem echten Namen. Aber eben etwas kürzer und jünger, knackiger. Conny eben, mit ‚C’ wie Cäsar oder Christo -"

“Ja ja, ist schon gut, mein Liebster. Und der Nachname?“

„Istofum“. Er sagte es laut und triumphierend, wiederholte es: „Istofum.“

Verblüfft schaute sie ihn mit großen Augen an: „Aber das ist ja mein Name.“

„Genau, aber ich werde ihn mit ‚y' schreiben, das macht ihn noch ein wenig geheimnisvoller: Conny Ystofum. Das wären dann sogar zwei Ypsilon. Doppelt geheimnisvoll also. Ich liebe das Ypsilon, obwohl - oder gerade weil - die Rechtschreibreformer diesen rätselhaftesten aller Buchstaben am liebsten aus der deutschen Sprache eliminieren würden. Joga mit Jot - so ein Unding. So wie sie das Eß-Zet eliminiert haben, diese Sprachverhunzer . Und dann das th und das ph ! Wer weiß denn in zehn Jahren noch, wenn er Fotografie liest, daß das Wort einmal Photographie hieß und aus dem Griechischen stammt, daß es von photon und graphein abgeleitet wird, was bekanntlich die Essenz des Fotografierens ist: Licht und Schreiben! Denen muß auch der Teufel im Traum erschienen sein -“

„Nicht daß ich wüßte - Aber nun ereifere dich doch nicht, Conny. Wer weiß denn in zehn Jahren, wenn alle Welt digitale Kameras benützt, noch etwas darüber, daß man vor hundert Jahren besondere chemisch präparierte Platten belichten mußte, um ein Foto zu erhalten? Interessiert doch heute schon keinen Schwanz mehr. Sag mir lieber, wie du darauf kommst, mir meinen Namen zu klaun!“

„Aus lauter Liebe. Weil er mir so gut gefällt. Oder: weil du mir so gut gefällst. Im Traum lag nichts näher als das. Ystofum hatte da eine unheimlich wichtige Bedeutung.“

„Schmeichler! Aber jetzt nimm deine Pfoten von meinem Oberschenkel und erzähl weiter. Was hat er dir noch an die Tafel geschrieben, der schwarze Herr?“



Der Innere Verführer


„Den besten Buchagenten soll ich mir nehmen, meinte er. Der würde zwar fünfzehn Prozent von meinem Honorar abzwicken; aber dafür hätte er beste internationale Kontakte. Das allerwichtigste wäre natürlich der Verlag. Da käme nur X. in Frage, wegen der internationalen Verflechtungen. Außerdem soll ich Passagen des Buches im Internet veröffentlichen. Nur kleine Häppchen, appetizer, die Lust auf das ganze Buch machen, das man dann zu Hunderttausenden in den Buchläden erwirbt.“

Wieder machte er eine Kunstpause, in der er sich bemühte, schrecklich nachdenklich auszusehen.

„Und“, drängte sie, „was war noch? Hat er noch was gesagt, der Teufel?“

„Nenn ihn doch nicht Teufel, Gunda. Nenne ihn meinen Inneren Ratgeber.“

„Geschenkt. Was hat er gesagt?“

„Daß das Vorschuß-Honorar exorbitant hoch sein muß, hat er gesagt. Das würde den Verlag zwingen, entsprechend die Werbetrommel zu rühren.“

„Aha.“ Nun war es an ihr, eine Kunstpause zu machen, in der sie sich bemühte, schrecklich nachdenklich auszusehen. „Und wovon soll das Buch handeln? Was ist dein Plot?“

„Tja, das ist das Merkwürdigste von allem, was im Traum geschehen ist. Er hat diesen Plot groß und deutlich auf eine Tafel geschrieben, auf eine richtige schwarze Schultafel, mit dicken weißen Buchstaben. Ich hörte sogar dieses widerliche quietschende Geräusch, bin davon wahrscheinlich aufgewacht. Ich wußte im Aufwachen noch ganz genau, was es war, was er da weiß auf schwarz hingekritzelt hat, wie eine mathematische Formel.“

„Und?“



Das ist die Lösung !


„Und, und“, äffte er sie nach und eine Spur von Ärger schlich sich in seine Stimme.

„Du machst es aber auch wirklich höllisch spannend, Conny!“

„Ja, verdammt noch mal. Es ist spannend, Gunda. Oder es war. Denn als ich die Augen aufschlug, sah ich dich nackt neben mir liegen, sofort spürte ich wieder Lust, mit dir -“

„Pfoten weg! Erst mußt du dich erinnern, wie der verdammte Plot beschaffen war.“
„Es war ein Roman-Thema. Kein Sachbuch, daß weiß ich noch ganz genau.“
„Hhmm, versuch doch, dich zu erinnern. Entspanne dich, mach die Augen zu. Ich werde dich ein wenig streicheln, ganz sanft nur.“ Sie drückte seinen Oberkörper, der sich vor Aufgeregtheit erhoben hatte, wieder zurück auf das Bett: „Erinnere dich!“
„Okay. Ich schließ die Augen, ich spür deine Finger, die mich streicheln, ich entspanne mich. Deine Stimme hat so etwas Suggestives, Gunda, fast wie im Traum.“

„War’s vielleicht etwas, das mit dem Inhalt des Traums zu tun hatte?“

„Könnte sein. Aber ist das denn ein interessantes Romanthema: Wie man einen Bestseller schreibt?“

„Doch, Conny, das ist in der Tat ein interessantes Romanthema – wenn es gut erzählt wird." "Du hast Recht: er Autor muß seine Haut zu Markte tragen, indem er autobiographisch seine Seele dem Leser öffnet -“

"Genau."

„Trotzdem, das reicht immer noch nicht für einen guten Plot."

"Aber daß jemand bereit ist, dem Teufel seine Seele zu verkaufen, damit sein neues Buch ein Bestseller wird - das wäre doch ein Thema, mein Liebster -“

Wurmser riß die Augen auf, schoß in die Höhe und rief: „Genau, das war’s. Mensch, Gunda, das hat dir der Teufel gesagt!“

Sie grinste nur und räkelte sich. Dann sagte sie genüßlich-lasziv:

„Ich bin der Teufel.“


© 2007 / 2004 für diesen Text: Jürgen vom Scheidt / Quelle: www.hyperwriting.de