Hochbegabt? (Test)

(Diese Seite ist noch sehr „Baustelle“. Zunächst publiziere ich dieses Selbst-Test als kleine Serie im Beitrags-Teil des Blog.)

Der folgende Selbsttest aus meinem Buch Das Drama der Hochbegabten ist kein richtiger Test, sondern eine Sammlung von Merkmalen, wie Hochbegabung sich zeigen kann. Er ermöglicht eine grobe Einschätzung der eigenen Intelligenz-Kapazität – nicht mehr – aber auch nicht weniger.

Die Hardware (physiologische bzw. gehirnorganische Merkmale) äußert sich direkt eigentlich nur in der erhöhten Geschwindigkeit der Informationsverarbeitung, also in beschleunigtem Denken und in der Fähigkeit, komplexere Zusammenhänge zu verarbeiten. Alles andere ist mehr oder minder Software, also durch Milieu und Erziehung vermittelte oder beeinflusste psychische, psychosoziale und soziokulturelle Merkmale. Entsprechend habe ich den Selbsttest, nach einigen allgemeinen und anders schwer einzuordnenden Merkmalen, nach den vier Kategorien der Informationsverarbeitung geordnet: Aufnahme, Abgabe, Speicherung und Vernetzung von Informationen (wobei ich Letzteres noch ergänze durch die spezielle Vernetzung von Menschen und Objekten).

Folgen Sie nun Ihrer Neugier, nehmen Sie sich vor allem geduldig ein wenig Zeit.

Wenn Sie den Test für sich selbst machen:
So manches wissen Sie vielleicht nur aus Erzählungen Ihrer Eltern. Vor allem Mütter geben solche Informationen gern voller Stolz (oder auch mit unverhohlener Ablehnung!) immer wieder zum Besten.

Wenn Sie den Test für einen anderen Menschen machen, ein eigenes Kind oder jemanden, auf dessen mögliche Hochbegabung Sie neugierig sind: Seien Sie sich bitte dessen bewusst, dass solche Ferndiagnosen immer nur mit allergrößter Vorsicht zu betrachten und sehr unzuverlässig sind!

Manche der Merkmale haben auch eine negative Variante, aber diese kann (wie bei Fällen von Hyperaktivität ein ADH-Syndrom) dennoch Anzeichen für Hochbegabung sein; deshalb bitte ebenfalls ankreuzen.

Einige der Merkmale sind sehr spekulativ, entstammen jedoch eigenen langjährigen Beobachtungen und sinnvollen Überlegungen: zum Beispiel, dass Hochbegabte vermutlich eine längere Lebenserwartung haben und aufgrund dessen wohl auch eine verlängerte Pubertät (manchmal bis ins dritte Lebensjahrzehnt). Der einfache Grund: Wenn sie erfolgreich sind im Leben, können sie sich gute medizinische Versorgung und andere Lebensvorteile sichern. Es darf auch vermutet werden, dass ein hochbegabter Mensch einen besseren Überblick über die Gefährdungen des Lebens hat und sich entsprechend besser einrichten kann.

Die Enge des Bewusstseins ist bei jedem Menschen ein Maß dessen, was man gleichzeitig an Eindrücken aufnehmen kann. Sie scheint bei Normalbegabten deutlich enger zu sein als bei Hochbegabten, wo man von einer Weite des Bewusstseins sprechen könnte; diese kann allerdings neurotisch blockiert sein. Eine Neigung zu Perfektionismus kann sich sowohl sehr positiv auswirken (bei einem Forscher, der unbeirrbar sein Projekt zu Ende bringt: Sigmund Freud sezierte während eines Physiologie-Praktikums in Triest die Hoden von 800 Aalen!) oder sehr negativ (ein Autor, der mit Recherchieren nicht aufhören und deshalb sein Buch nicht abschließen kann).

(Work in Progress / Stand: 20. Juli 2021)

Quelle
Brackmann, Andrea: Ganz normal hochbegabt. Stuttgart 2006 (Klett-Cotta).
dies.: Extrem begabt. Stuttgart 2020 (Klett-Cotta).
Scheidt, Jürgen vom: Das Drama der Hochbegabten. München 2004 (Kösel). TB-Ausgabe München 2005 (Piper).
Winner, Ellen: Hochbegabt: Mythen und Realitäten von außergewöhnlichen Kindern. (1996) Stuttgart 1998 (Klett-Cotta).

aut #405 _ aktualisiert: 2021-07-21/07:50

%d Bloggern gefällt das: