Der lange Weg zum Mut… (Gastbeitrag von Ulrike Kocks)

[Gelegentlich werde ich, JvS, Beiträge von Gästen in diesem Blog veröffentlichen – in diesem Fall, um der Autorin zu zeigen, wie ein Beitrag in ihrem geplanten eigenen Blog aussehen könnte. Das Lob, das mir gezollt wurde, habe ich gerne entgegengenommen.]

Nach reichlich Skrupeln, ob ich technisch überhaupt einer Videokonferenz gewachsen wäre, entschloss  ich mich dann doch. Mein Bedürfnis nach kritischer Hilfestellung zum Schreiben überwog. Zudem versicherte mir .Jürgen vom Scheidt: „Das lernen Sie schon“. Auch gab er mir Hinweise, welche Webcam ich wo erstehen könne und dann sei es ganz leicht, nur dem Link zu folgen. Das klang ermutigend. Außerdem war mir seit längerem klar geworden, wenn ich mich nicht endlich in die digitale Welt aufmachte, würde sich die Welt mir Stück für Stück entziehen. Also, ob ich nun in meinem Schreiben weiterkommen würde oder nicht, ein Ziel, die digitale Technik kennenlernen, würde ich wahrscheinlich erreichen – zumindest diesen Ausschnitt „Videokonferenz“ („Videomeeting“ korrigierte ich mich im Stillen) – ganz realistisch.

Zunächst folgte ich dem angekündigten Link und den ermutigenden Hinweisen.

Und: es klappte. Zwar zunächst nicht ganz problemlos, doch peu á peu immer besser, so dass inzwischen nicht mehr die Bewältigung der Technik im Vordergrund steht, sondern das Schreiben – und wie!

Atemloses Staunen
Über Licht und Schatten
Ewige Vergänglichkeit.
(Archiv Ulrike Kocks)

Gnädig lächelnd erinnere ich mich an die Zeremonien, die ich beim ersten Mal entwickelte. Wie sehen meine Haare aus? Wächst im Hintergrund auch keine Pflanze aus meinem Rücken? O, Schreck, seit wann habe ich Sommersprossen? Ach, liegt am Bildschirm, schnell noch gereinigt. Die Jalousien schließen nicht dicht, mein Gesicht ist zu sehr im Schatten ….

Viel zu früh hockte ich aufgeregt vor dem PC. „Keiner im Konferenzraum, du bist der einzige Teilnehmer“, verkündigte der PC mir fröhlich. Zumindest „klang“ das in meinen Ohren so. Mein Mut sank. Schweißperlen auf der Stirn- das konnte ich genau sehen.

Inzwischen starte ich geradezu gelassen, fast könnte man meinen“ routiniert“ den PC, Kamerakabel verbunden, Lautsprecher aktiviert und freue mich auf das Schreibseminar.

Einerseits folgt es einer gewissen Choreografie, andererseits versteht es Jürgen vom Scheidt auf jeden einzelnen und seine Bedürfnisse einzugehen. Dabei öffnet er ein Füllhorn kreativer Ideen über seine Schüler voller begründeter Erweiterungen, Anregungen und Korrekturen.

Nach gut zwei Stunden ist das Feuerwerk beendet. Schade, ich möchte immer so weiter machen. Jedoch spüre ich auch, wie erschöpft ich bin und der Kopf mir schwirrt von Ideen, die ich bis zur  nächsten Woche versuche zu „bändigen“, zumindest einigen nachzugehen, ihnen eine neue, meine Form zu geben.

Die Konferenzen finden von 18h bis 20h statt. Bisher lösten sie bei mir eine fast euphorische Schlaflosigkeit wie auch totale Erschöpfung aus.

Im Halbschlaf „schrieb“ ich Geschichten, hatte Ideen für neue Plots, fielen mir gute Formulierungen ein. Und obwohl ich auf diese Weise kaum geschlafen hatte, weckte mich eine Geschichte so hartnäckig, ließ nicht locker bis ich aufstand, um sie aufzuschreiben. Der flow hatte mich erwischt. Ob er bleibt? Und ob das Geschriebene der Ernüchterung standhält?

Wir werden sehen. Zumindest hält es wach.

158 _ <aut #0000> Ulrike Kocks _ 2021-04-02/18.28 (Original 26. März 2021)

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