Muss warten: Hochbegabung

Das sieht verdächtig nach einer Schreib-Blockade aus: Seit Monaten schiebe ich das Thema „Hochbegabung“ in diesem Blog vor mir her – genauer: den angekündigten „Selbst-Test: Bin ich hochbegabt?

Inzwischen gibt es einen Stau von gut 50 anderen Beiträgen, die mir sicher locker von der Hand gegangen wären. Aber nein: Ich wollte ja unbedingt erst diesen „SelbstTest“ vorstellen . Doch dieser will das offenbar noch nicht. Einfälle dazu habe ich bereits jede Menge gesammelt. Zum Beispiel zum Unterthema „Informationsaufnahme“.
Das am Vortag mit einer Ariane-Rakete hochgeschickte neue James Webb-Teleskop ist dafür ein prächtiges Exempel, bei dem es um die Beobachtung und Erforschung  des Universums bis zu dessen buchstäblichem Rand geht, wo die Entfernung im Raum zusammenfällt mir der Zeit: 13,8 Milliarden Jahre zurück, die das Licht unterwegs war, das man mit diesem neuartigen Weltraumteleskop einzufangen hofft.

Der Nachfolger des so unglaublich ergiebigen und erfolgreichen Hubble-Fernrohrs stößt buchstäblich an die letzte Grenze vor: Die Grenze des Wahrnehmbaren. Projektiert, gebaut und finanziert wurde dieses technische Meisterwerk durch ein weltweites Zusammenwirken, vor allem von der europäischen ESA (stellt die Ariane-Rakete), der US-amerikanischen NASA und der kanadischen Weltraumbehörde CSA. Für mich zugleich eindrucksvolles Beispiel, wohin die Menschheit sich entwickeln wird, wenn sie sich bis dahin nicht selbst zerstört: Ein Netzwerk von demnächst acht Milliarden Weltbürgern.

(Dazu brauchen wir keine übermächtigen Overlords wie in der SF-Serie → Childhood´s End nach dem berühmten Roman von Arthur C. Clarke – das schaffen wir auch mit eigenen Kräften. Wenn wir das wirklich wollen. Doch darüber demnächst mehr „in diesem Theater“.)

Das thematische Grundgerüst des SelbstTests soll ja sein:

° Informationsaufnahme
° Informationsverarbeitung
° Informationsabgabe und
° Informationsspeicherung.

Was könnte eindrucksvoller für Informationsaufnahme stehen als dieses neue Instrument der Astronomie und Kosmologie, ersonnen und gebaut von unzähligen höchstwahrscheinlich hochbegabten Wissenschaftlern und Technikern?

Abb.: Fröhliche Weihnachten – oder so – allerseits

Passt doch ganz gut zum Thema „Weihnachten“ und „Neues Jahr“ – wo es ums Wünschen geht und um die Erfüllung von Wünschen – und festtags- und kirchenkalendermäßig um Geschenke, die man sich buchstäblich „vom Himmel hoch“ ersehnt.

Noch welcher kühnen Überleitung ich Ihnen, hochgeschätzte Leserinnen und Leser dieses Blog, meinerseits alles Gute für diese Feiertage wünschen möchte. Möge diese „Zeit zwischen den Jahren“ für Sie entschleunigt und erholsam sein (nicht nur von Corona vario Omikron) – oder wie man in Bayern sagt: eine „stade Zeit“.

Bei mir steht jetzt erst einmal das Sylvester-Seminar „Den roten Faden finden“ auf der Agenda: Ein Online-Webinar – mein allerletztes in eigener Regie. Ab dann übernimmt mein jüngster Sohn Jonas diese Aufgabe.

MultiChronalia

Weihnachten ist immer Kindheit, in der man sich (wenn man das Glück hatte) behütet und umsorgt fühlen durfte, schmerzfrei an den Weihnachtsmann und das Christkind glaubte und all den anderen abendländischen Firlefanz. Für mich war diese Zeit um 1945, trotz Krieg und dann Nachkriegszeit, etwas Wunderbares. Mit unzähligen Erinnerungen wie die
° an die köstlichen selbstgebackenen Agnesen-Plätzchen (dieses Jahr wieder von meiner Schwester gefertigt und geschenkt, nach Familienrezept aus Großmutter Bettys handgeschriebenem Notizen aus den 1920er Jahren).
° Oder die selbstgekneteten Weihnachtsstollen, die ich als Teigformen auf dem Schlitten über den damals am Rand des Fichtelgebirges sehr zuverlässig gefallenen Schnee zum Bäcker brachte und als fertig ausgebackene Stollen nach drei Tagen wieder abholte.
° Das Klingeln des Glöckchens aus dem bis dahin streng verschlossenen „Herrenzimmer“ mit dem Christbaum und den Geschenken und so weiter und so weiter –

Tempi passati. Aber im Gedächtnis (wo die „Informationen gespeichert“ sind) ist noch alles da. Wird beim Aufschreiben sofort wieder lebendig, als sei es eben gewesen. (Ein solches „Glöckchen“ hat sich später in den Schreib-Seminaren ab 1979 als hilfreich erwiesen, wenn der Lärmpegel zu groß wurde oder ein neue Sitzung angemahnt werden musste – und war bei mir immer wie ein „Pawlowscher Bedingter Reflex“ mit Heiligabend verbunden.)

Und dann dieser unglaubliche Sprung zurück – 13,8 Milliarden Jahre in Raum und Zeit – an die Anfänge dieses Universums, in die nun im Dezember 2021 das neue Webb-Teleskop vordringen wird.

Passende Musik?

„Jingle Bells“ und „White Christmas“ und die andere verlogene Schlagerseligkeit, die jetzt die Medienkanäle verseucht, möchte ich nicht weiter heraufbeschwören. Vielleicht „Stille Nacht, heilige Nacht“ als Erinnerung an eine wirklich schöne Kindheit in der Kleinstadt Rehau? Kann man sich auch als „nicht mehr bekennender Christ“ gut vorstellen.

Oder wie wär´s mit „Ihr Kinderlein kommet“? Angesichts von zig Millionen Flüchtlingen, bei denen die reichen Ländern gerne in pseudochristlicher Verlogenheit selbst Neugeborenen die schutzbietende „Krippe“ oder „Notunterkunft“ verweigern –
Da kommt man schon ins Grübeln, wenn man selbst wohlgenährt in kuschliger Wärme sitzt und gerne weiterzappt, wenn das Elend in den Fernsehnachrichten mal kurz aufblitzt von der Grenze zwischen Belarus und Polen oder von einer griechischen Insel.

aut #1187 _  2021-12-26/16:24

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