„Sternele seh´n“ – mein erstes Hobby

1943 erblickte ich den Sternhimmel durch das Loch, das eine Brandbombe ins Dach des Treppenhauses in der Agnesstraße geschlagen hatte, wo die Familie Harrach ihre Wohnung hatte. Ab da wollte ich während dieses München-Aufenthaltes vor dem Zubettgehen immer „Sternele seh´n“.

Abb.1: Der Sternhimmel vormittags am 12. Feb 2022 – mit sieben der neun Planeten in einer Reihe, wie Perlen an einer Schnur.. Es fehlt nur der Uranus (und natürlich die Erde, von der aus dies ja beobachtet wird). Ganz rechts der Mars – der in meinem Leben eine besondere Rolle spielt. Realiter kann dies nur die App darstellen – morgens um 10:00 Uhr sieht man keine Sterne. (App NightSky auf dem I-Phone 2022)

Das muss der Moment gewesen sein, als ich die Faszination für den gestirnten Himmel und die Astronomie entdeckte. Später (1948 ff.) wurde daraus mein Faible für Science-Fiction – deren „Sense of Wonder“ weitgehend identisch mit dem Sternhimmel ist.
Mein Interesse an der Sternkunde wurde sehr gefördert durch meinen Vater, der mir im Winter 1950 als Zehnjährigem bei einem nächtlichen Spaziergang die wichtigsten Sterne zeigte: den Großen Wagen, das W der Kassiopeia, den Andromedanebel und sicher auch den Orion und die Plejaden. Er kannte sich damit gut aus, weil er als junger Mann zur See gefahren war und der Sternhimmel damals für die (nächtliche) Navigation enorm wichtig war – GPS und Wettersatelliten gab es ja noch nicht.
Auch die Lektüre von Bruno H. Bürgels Sachbuch Aus fernen Welten hat das Interesse an Astronomie weiter gefördert, Geschenk des Vaters Weihnachten 1953.
Meine Mutter und ich übernachteten damals in München auf dem Weg von Rehau nach Oberstdorf. Dort sollte ich auf dem Nebelhorn meinen Keuchhusten auskurieren. –

Was für ein Zufall, dass sieben der neun solaren Planeten in einer Reihe dicht beieinander stehen, von der Erde aus betrachtet. Nur der Uranus fehlt. So eine Konjunktion muss extrem selten sein, also höchst unwahrscheinlich. Aber aktuell präsentiert sie sich so.

Literatur
Bürgel, Bruno H.: Aus fernen Welten. Berlin 1952 (Deutscher Verlag_Ullstein).

aut #1185 _ 16. Feb 2022 / 13:55

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