Willkommen in meinem Blog!

(Falls Sie meinem Bog schon länger folgen und sich vielleicht wundern, ob Sie diesen Beitrag nicht schon mal gelesen haben: Der Text ist das, was ich als Wander-Post bezeichne – ein Beitrag, den ich immer wieder mal überarbeite und mit aktuellem Datum versehe – und der dann langsam, von neuen Beiträgen verdrängt, chronologisch wieder „nach unten“ wandert. –

Vorab ein großes Dankeschön an meinen digital begabten Enkel schlockkonock , dessen Blog Leichte Rezepte finden im Layout Vorbild für diesen meinen Blog ist. Er hat mir bei dessen Einrichtung und Start mit viel Aufmerksamkeit und Geduld geholfen – die ich als Vierzehnjähriger nie gehabt hätte. Zu seiner Person finden Sie einen interessanten Beitrag in der Münchner tz: Münchner Schüler gewinnt…

Zur Person seines Großvaters finden Sie mehr hier im Blog unter Hallo, das bin ich.)

Abb. 1: Die KAT-Wolke dieses Blog (Ausschnitt) – mit Themen (= Kategorien), die mehr oder weniger intensiv behandelt werden. (Archiv JvS)

Es ist höchste Zeit, mal meine „Philosophie“ darzulegen, was ich eigentlich mit diesem Blog anstrebe. Der Titel sagt es ja bereits: Es geht um „HyperWriting“. Aber was ist das? Dazu bereite ich gerade einen eigenen Beitrag vor, zu dem dann an dieser Stelle hier verlinkt wird.
Dieses Verlinken ist übrigens eine erste Erklärung: Bei → HyperWriting geht es immer auch um Hypertext – also um Texte im Internet, die mit anderen Texten verlinkt werden. HyperWriting hat aber auch noch eine ganz andere Bedeutung: Zusammen mit anderen Menschen schreiben – also „über die Grenzen“ (die griechische Silbe „hyper“ heißt nichts anderes) des eigenen Schreibens hinausstreben – wie in den Schreib-Seminaren, die ich seit 1979 durchführe.
Und drittens – aber dazu in dem verlinkten Beitrag dann mehr.
(So viele Links wie in diesem Beitrag werden Sie übrigens nie bei mir finden – wer will schon dauernd von einem Thema zum anderen hüpfen – aber ich will damit eben auch veranschaulichen, was HyperWriting als Hypertext sein kann.)
Ich könnte es könnte es mir leicht machen und sagen: In der KAT-Wolke kann man meine Themen sehen. Aber es sind an die hundert – also eigentlich viel zu viele.

Ein Blog sollte doch möglichst nur ein Thema haben, sagt man – um das dann alle Beiträge kreisen. Nun, bei mir ist das eben anders. Mit einem monothematischen Blog habe ich bereits Erfahrungen gesammelt: dem Labyrinth-Blog*.

* Der Labyrinth-Blog war ursprünglich Teil einer großen Blog-Wolke – den SciLogs. Aber dort existiert er nur noch als Archiv – ist jedoch über die alten Links wie den folgenden immer noch erreichbar: Die Münchner Schreib-Werkstatt war dort mein letzter, genau dreihundertster Beitrag.

Labyrinth und Schreiben

Irgendwann war mir das Labyrinth-Thema (das mich nach wie vor fasziniert und deshalb auch hier im Blog gewürdigt wird) zu eng – und ich machte daraus ein Labyrinth des Schreibens. Da waren es schon zwei große Themen. Allmählich (ich bin inzwischen über Beitrag #100 hinaus) zeigen sich hier im Blog gewisse Themen immer deutlicher, weil sie häufiger von mir bearbeitet werden.
Der dickste Brocken hier im Blog ist unübersehbar Autobiographisches. Klar – ein Blog ist ein Tagebuch und spiegelt die Interessen seines Autors wieder. Aber seit ich schreibe – und das sind inzwischen fast 70 Jahre – ging es mir nie nur um egozentrische Nabelschau, sondern ich hatte dabei immer potenzielle Leser im Blick. Das war schon bei meinen ersten Science-Fiction-Geschichten so (eine, aus dem Jahr 1956, finden Sie hier im Blog: Nur ein kleiner Fehler) und später mit „ganz normalen Geschichten“ wie dem Conga Joe.
Es gibt Gedichte: minimalistische Haiku und freche Limericks. Es gibt immer wieder Schreib-Tipps für Schreibinteressierte (die meine Hauptzielgruppe sind). Als Labyrinth-Fan bediene ich auch dieses Thema. Weil mich als Psychologen nach wie vor die Rauschdrogen interessieren, gibt es dazu ebenso Artikel wie zur Hochbegabung (hier fehlt noch ein Beitrag).
Es sind Früchte eines reichen Berufslebens, das noch voll im Gange ist:
° Nicht nur mit eigenem Schreiben und Publizieren (mein neuester Text kam im März dieses Jahres 2021 in der Süddeutschen Zeitung zum Corona-Lockdown,
° sondern auch mit Schreib-Seminaren (derzeit nur online), bei denen ich den Teilnehmerinnen zeige, wie das professionell geht: mit dem Schreiben und Publizieren.

Ich schaue mir älteres und altes Material in meinem Archiv noch einmal genau an, ob es einer Wiederentdeckung wert ist (Recycling ist das moderne Wort dafür) – und entdecke überraschend frische Geschichten und Themen, die einfach zeitlos sind. Ob die das auch für Sie, liebe Leserin, lieber Leser, sind – das müssen Sie selbst entscheiden. Ich serviere Ihnen das nur auf einem silbernen Tablett – essen müssen Sie selbst und feststellen, ob es Ihnen mundet. Etwa mein Beitrag zum Tempolimit aus dem Jahr 1984, geschrieben für die Zeitschrift natur – und heute aktueller denn je unter dem Aspekt „menschengemachte Klimakatastrophe“.

Wichtig sind mir auch all die Begegnungen mit anderen Menschen, zum Beispiel während der vielen Interviews, die ich für den Bayrischen Rundfunk durchgeführt habe, mit Highlights wie dem Gespräch mit Vigdis Finnbogadottir, der Präsidentin von Island (1990) oder dem Nobelpreisträger für Physik, Gerd Binnig (ebenfalls 1990).

Und dann ist dies alles ja auch das große Abenteuer der Aufblätterung eines ganzen eigenen Lebens und wie das alles zusammenhängt, auch als Vorbereitung einer Autobiographie – also hoffentlich interessant für alle, die sich in so ein Memoiren-Abenteuer stürzen wollen. Es lohnt sich! Nichts hält den Geist wacher und verhindert Demenz besser, als sich der eigenen Vergangenheit zu stellen – indem man sie im Aufschreiben wieder betrachtet, lose Fäden einsammelt und miteinander verknüpft, scheinbar Altvertrautes in überraschend neuen Zusammenhängen sieht. Da kommt dann die MultiChronie ins Spiel (s. unten).

Was könnte man im hohen Alter (81 – also richtig „biblisch“) Besseres für sich selbst tun – und damit auch anderen, Gleichaltrigen und Jüngeren, an Anregungen geben und weitergeben?

Abb. 2: Ein blaues Paperweight als Symbol für HyperWriting und für diesen Blog. Im Hintergrund nur zu ahnen: die indische Göttin Saraswati, welche die Sitar spielt und auch für die Schreib-Kunst steht, aus feinem Elfenbein geschnitztes Souvenir einer Reise 1975/76 (Archiv JvS)

Vielleicht ist dies der gemeinsame Nenner der Beiträge in meinem Blog: Sie sind nicht zuletzt für die Teilnehmer meiner Schreib-Seminare geschrieben (oder für Leute, sie sich für solche Literatur-Werkstätten interessieren könnten), mit „Tipps zum Schreiben und Publizieren“, zum Beispiel, wie man ganz konkret einen Blog gestalten könnte – eben so wie diesen hier.

Schreibe ich am Ende für Hochbegabte?

Ganz kühner Gedanke zum Schluss: Vielleicht schreibe ich diesen Blog speziell für Hochbegabte, die auf der Suche nach sich selbst sind – ja vielleicht noch gar nicht wissen, dass sie hochbegabt sind? Ich habe dazu 2004 ein ganzes Buch veröffentlicht, in dem es einen Selbst-Test gibt: „Bin ich hochbegabt?“ Den können sie ja mal ausprobieren (derzeit als Beitrag hier im Blog noch sehr „work in progress“).
Eine meiner Thesen in diesem Buch Das Drama der Hochbegabten: Schreiben in all seinen (mindestens 50) Varianten und Bedeutungen ist das Denk- und Kultur-Werkzeug schlechthin für Hochbegabte. Was zu beweisen ist.
Vielleicht ist es umgekehrt sogar so, dass nur jemand, der hochbegabt ist – gerne selbst schreibt und das Schreiben als vielseitiges Werkzeug nützt?

Eine Entdeckung, die ich beim Bloggen machte, während dieses Online-Logbuch allmählich Form und Inhalt annahm, ist das, was ich MultiChronie nenne. Mir ist noch nicht ganz klar, was das wirklich ist – aber ich beginne zu ahnen, dass ich da etwas Neues entdeckt habe, nur so durch das Bloggen – das auch Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser – etwas Neues geben könnte – eine neue Sicht auf ihr Leben?
Einen von vielen Texten zu diesem Spezialthema finden sie hier: MultiChronie und die Enge des Bewusstseins.

Wenn ich all dies zusammenfasse: Schreiben hat für mich drei wesentliche Funktionen:
° Texte sollen Informationen vermitteln und zum Nachdenken anregen.
° Sie sollen unterhalten (wie eine gute Kurzgeschichte).
° Und sie sollen eine gewisse Spannung erzeugen, welche die Neugier weckt und zum Weiterlesen anregt.
Vor allem aber sollen die Beiträge den Leserinnen und Lesern bei ihrem Selbstverständnis helfen und sie bei ihrer Selbstvergewisserung unterstützen.
Urteilen Sie selbst, ob und wo mir das hier im Blog gelingt!

MultiChronalia (hier im Beitrag)

Unter MultiChronalia verstehe ich Elemente aus verschiedenen Zeitschichten, die in einem Text – wie hier in diesem Blog-Beitrag – auftauchen und nun, durch diesen Text, zusammenfinden zu dem, was ich MultiChronat nenne. Für einen Außenstehenden – oder für mich selbst beim raschen Tippen der Details – ist das Folgende nur eine lose Aneinanderreihung von Daten. Aber während ich den Text verfasste, ging das alles viel langsamer vor sich, Personen, Schauplätze, Gefühle wurden wieder wach – im Zustand der schreibenden Entschleunigung fügte sich das zu etwas neuem zusammen, das so vorher noch nie beisammen war. Das nenne ich MultiChronie. Probieren Sie es mal aus.
Mein Schreib-Tipp dazu: Erinnern Sie sich an mindestens drei Ereignisse aus verschiedenen Zeitschichten, reihen sie diese aneinander (ähnlich wie beim Schreiben eines Haiku, wo man auch erst für jede der drei Zeilen eine Beobachtung sammelt und dann aneinander montiert). Spüren Sie dem nach, was diese Ereignisse vielleicht miteinander zu tun haben könnten – und warum sie Ihnen gerade jetzt eingefallen sind, scheinbar frei assoziiert, aber in der Tiefe vielleicht sehr bedeutungsvoll (geheimnisvoll?) zusammenhängend.
Nutzanwendung für dieses mein MultiChronat hier: Ich staune über die Fülle meines Lebens und dass ich die Muse und den Antrieb hatte, diese vielen Ereignisse nicht nur so vorbeitreiben zu lassen, sondern sie schreibend zu Texten verdichtet habe – die nun hier in einem übergeordneten Sinn zusammengewachsen sind und etwas aussagen über HyperWriting und diesen Blog – was wiederum vielleicht Ihnen, der / die Sie das lesen, auch etwas über sich selbst sagt.
Probieren Sie´s mal aus. Ist ganz leicht. Aber eine Stunde Zeit sollten Sie sich nehmen – zum MultiChronieren.

Und hier die Zusammenschau dieses Blog-Beitrags:
Gleich zu Beginn bedanke ich mich bei meinem Enkel schlockonock und gerate dadurch in den November 2020, als er mir half, diesen Blog einzurichten. Mit Hypertext befasste ich mich erstmals, als ich 1984 meinen ersten Computer als „Schreibmaschine“ bekam, die Freuden des Datenbankens entdeckte und bald darauf eine amerikanische Software namens Hyperwriter, mit der man in ersten Ansätzen das machen konnte, was man heute Blogging nennt – aber nicht im Internet (das wurde erst ein Jahrzehnt später wichtig für mich), sondern erst mal nur für sich selbst in der Virtualität des eigenen PC.
Weiterer Zeitsprung zurück: 1979 führte ich mit meiner TZI-Lehrerin und zugleich Gestalttherapeutin Elisabeth von Godin mein erstes Schreib-Seminar durch – wahrscheinlich das erste überhaupt im deutschsprachigen Raum.
Die KAT-Wolke ist vom aktuellen Tag – 04. März 2021. Den Labyrinth-Blog schrieb ich von 2007 bis 2016. Meine ersten Texte aus eigenem Antrieb schrieb ich 1952 – als „Drehbücher“ (mit zwei Seiten) für zwei Comix, zu denen mein Freund Alfred Hertrich die Bilder zeichnete. 1956 erschien meine erste Kurzgeschichte „Nur ein kleiner Fehler“, den „Conga Joe“ schrieb ich 1991 (erstmals in gedruckter Form 2005 in meiner Anthologie Blues für Fagott...)
Mein erstes Haiku schrieb ich 1959, bald darauf auch Limericks. 1990 war meine Islandreise (drei Tage!) zum Interview mit der Präsidentin, im selben Jahr das Gespräch mit Gerd Binnig.
2004 erschien, nach sechs Jahren Schwangerschaft, mein Buch das Drama der Hochbegabten. Der Begriff MultiChronie fiel mir als neuer Terminus im Mai 2007 ein, seitdem sammle ich Belege dafür.

Abb.3: Saraswati mit der Sitar, der Flöte spielende Krishna und der in sich gekehrte Buddha – meine drei Schutzheiligen beim Schreiben, mitbringsel von meiner Indienreise 1975/76 – im Hintergrund wieder das blaue Paperweight (Archiv: JvS)

Quellen
Scheidt, Jürgen vom: Das Drama der Hochbegabten. München 2004 (Kösel).
ders.: Zeittafel zur Psychologie von Intelligenz, Kreativität und Hochbegabung. München 2004 (Allitera).
ders.: Blues für Fagott und zersägte Jungfrau. München 2005 (Allitera).

aut #799 _ aktualisiert 2021-05-19 / 2021-03-04 / 19:43

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