Sendepause beendet

Das ist der Kardinalfehler der digitalen Welt: Keine Sicherheitskopie anzufertigen. Hab ich leider vergessen, nachdem ich in meiner Datenbank für den Blog viele Änderungen und Ergänzungen vorgenommen hatte. Mindestens einen Monat lang hatte ich das nicht getan. Und dann war die Datenbank plötzlich kaputt: Ich kam nicht mehr in meine Einträge hinein. Also musste ich viel Arbeit für die Reparatur hineinstecken und viele Flüche ausstoßen…

Abb.: Der Blogger während der „Sendepause“ im Englischen Garten an seinem Lieblingsplatz beim Stauwehr hinter dem Haus der Kunst (fotografiert am 12. März 2022 von einem unbekannten indischen Touristen)


Der größte Fehler bei alledem war jedoch, dass ich den Rettungsversuch hastig unternahm. Hätte ich doch bloß den weisen Rat von Ruth Cohn befolgt, die 1979 kurz vor Schluss eines fünftägigen Workshops* die Hektik beruhigte (weil alle noch was „ganz Wichtiges“ sagen wollten) , indem sie ganz gelassen meinte:

„Wir haben nur noch wenig Zeit – lasst uns deshalb langsam machen.“

Eine meiner wichtigsten Erfahrungen mit Entschleunigung! Und nun, 43 Jahre danach, wieder einmal ein Lehrstück in (leider versäumter) Gelassenheit – s. oben.

Aber diese „Sendepause“ des Blog von fast einem Vierteljahr hat noch andere, gravierendere Gründe: Zwei Wegbegleiter meines Lebens sind in dieser Zeit gestorben und zeigten mir überdeutlich: „Die Einschläge kommen näher“:
° Dietmar Sammet kannte ich seit der ersten Volksschulklasse. Dann verloren wir uns fast 50 Jahre aus den Augen – um uns auf Umwegen wieder zu finden und uns ab da regelmäßig zum Gedankenaustausch zu treffen und um gemeinsame Kindheitserinnerungen aufzufrischen. Um Juni 2022 ist Dietmar 80jährig gestorben.
° Ein völlig anderer Weggefährte, dem ich viel zu verdanken habe, war Herbert W. Franke. Ich lernte ihn 1958 im Science-Fiction-Club Deutschland (SFCD) kennen und habe dann ab 1962 als Student viel von ihm gelernt und eine Weil ihm zugearbeitet. Er wurde im Mai dieses Jahres 95 und starb kurz danach an den Folgen eines Sturzes.

Ich habe viel an beiden Nachrufen gearbeitet, die ich demnächst hier im Blog veröffentlichen werde.
Außerdem habe ich viel Zeit in einen Essay investiert, den ich für das Club-Magazin des SFCD verfasst habe, dem ich Anfang dieses Jahres wieder beigetreten bin. Es war mir wichtig, meine Gründe dafür genau anzuschauen und zu dokumentieren, was ich diesem Club und der SF-Literatur damals wie heute an vielfältigen Anregungen und Begegnungen zu verdanken habe. Das nahm ebenfalls viel Zeit in Anspruch.

Aber nun kann ich mich wieder dem Blog widmen, der wirklich seit Mai einer „Sendepause“ verfiel. Diese löst sich nun langsam wieder. Ich möchte ja jede Woche etwa drei Beiträge posten und dadurch nicht zuletzt die Arbeit an meiner Autobiographie vorantreiben. Dazu gehören auch Tipps für andere Schreiber, die ich ab nun auch wieder selbst besser beherzigen möchte, wie die eingangs an mich selbst gerichtete Mahnung (obwohl Sie die sicher schon x-mal gelesen oder gehört haben):

Machen Sie regelmäßig Sicherheitskopien von Ihren Texten!


* „Zur Philosophie, Geschichte und Methodik der TZI“. 5 Tage in CH-Hasliberg, Hotel Victoria. 15.-20. Juli 1979. Leitung: Ruth C. Cohn und Assistentinnen.

aut #1379_275 _ 2022-08-30/08:38

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